Tandava – Bewegte Meditation

Tandava ist eine achtsame Meditation, die schließlich in eine freie, tänzerische Bewegung im Stehen übergeht. Ursprünglich ist er der heilige Tanz des kaschmirischen Shiva, des Gottes der Meditation. Die extrem langsamen Bewegungen bringen blockierte Energien wieder ins Fließen und die Räume deines Inneren verschmelzen mit dem äußeren Raum. Diese Form von Bewegung ist jedem zugänglich. Du musst also nicht besonders fit oder beweglich sein. Und ein Tänzer musst du schon gar nicht sein.

Im Tandava, dem Tanz der dich tanzt, bewegst du dich in sensiblem Kontakt mit deiner Umgebung, aber nicht in körperlichen Kontakt mit anderen Menschen. Dennoch öffnest du dich für Berührungen durch den sphärischen Raum und deine Reaktionen darauf.

Der Yoga des kaschmirischen Tantra, zu dem auch der Tandava gehört, ist möglicherweise die älteste Form des Yoga und direkt herzuleiten von der 5000 Jahre alten Indus-Kultur von Harrapa.

Wir Menschen sind wie Obstbäume,
Unsere Blätter und Früchte sind die Gefühle und Gedanken.

Der mystische Tanz von Shiva und Shakti

Der Ablauf einer Stunde

  1. Aufwärmen mit Atmung und Bewegungen, die die Wirbelsäule vom Kopf bis zum Becken möglicherweise schon etwas von den Alltagslasten und dessen Verspannungen befreien.
  2. Spezielle Übungen, die dich sinnlich mit dem Raum verbinden. So sind die Innenseiten deiner Handflächen sehr empfänglich für das Erspüren des Raumes. Zusätzlich lernst du grundlegende Bewegungskonzepte kennen, wie du dich der Bewegung hingegeben kannst.
  3. Fließende, tänzerische Übungen aus dem Yoga und anderen Bewegungskünsten, um dich später losgelöster bewegen zu können.
  4. Freie Bewegungsmeditation: du lässt deinen Körper wie von selbst in langsame, achtsame, intuitive Bewegungen kommen. So erfährst du spielerisch deine Möglichkeiten zu deiner ursprünglichen Freiheit zurückzufinden. Zu deiner unterstützenden Begleitung gibt es meditative Musik verschiedener Richtungen.
  5. Nachspüren, Schlussentspannung.

So wie wir Menschen in unserem Bewusstsein Ereignisse, Menschen, Landschaften, ganze Universen erschaffen und wieder auflösen – ebenso erschafft das Göttliche Bewusstsein dieses unendlich vielfältige Universum.
Quelle: http://www.proyoga.de/blog/shivas-fuenffaeltiger-kosmischer-tanz-2-3/

Hintergründe

Der Kashmirische Yoga ist – nach Daniel Odier – eine nicht-posturale Form des Yoga, der eine Bewegung in mehreren Stufen entwickelt, die im Tandava oder Shiva-Tanz gipfelt. Er ist eine extrem langsame, völlig freie Übung, die eine ekstatische, vibrierende Freisetzung des Körpers in den Raum bewirkt. Das Erleben der Abwesenheit von räumlichen Grenzen kann zu einem nicht-dualem Bewusstsein führen. 

Der Körper wird als Raum wahrgenommen und es ist genau diese Wahrnehmung, die es dem Praktizierenden ermöglicht, auf sein wahres Selbst zuzugreifen, ungehindert von irgendwelchen Abschweifungen oder Ablenkungen des Ego. 

Das Ego wird in seinem leeren, entspannten Zustand als absolut angesehen, und das Absolute wird in seinem unbegrenzten Zustand als Ego erfahren. Das Wahrnehmen der Unbegrenztheit ermöglicht es dem Praktizierenden, die Abwesenheit von Wahlmöglichkeiten zu genießen und frei zu werden in einer Welt, in der Materie und Sein als schwingende Energien erfahren werden.
Quelle: https://www.scienceandnonduality.com/article/the-mystic-dance-tandava-daniel-odier

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