Osho

Ego und Verstand

Ego und Verstand beherrschen dich!

Wenn du erhoffst durch deinen Verstand etwas zu erreichen, dann ist Yoga nichts für dich.“ (Osho).
Was mag Osho damit ausdrücken wollen? Meine Gedanken hierzu:

Wenn du glaubst, du wärst frei, du hättest einen freien Geist, deine Gedanken wären frei, dann steckst du in der Ego-Falle. Und du merkst es nicht einmal! Wenn du tatsächlich glaubst, du seiest frei, dann ist Yoga nichts für dich. Es sei denn, du benutzt Yoga, um dich noch tiefer in deine Ego-Falle zu tappen. Du benutzt Yoga dann nur, um die Gitterstäbe deines Käfigs ein wenig goldener zu machen.

Das ist prinzipiell auch in Ordnung! Die Mehrheit der Menschen lebt so und das scheinbar ohne größere Probleme . Darum ist es auch alles andere als eine Schande so zu leben.

Aber wenn du dich ernsthaft fragst, was ist der Sinn deiner Existenz, was macht dich aus? Überhaupt, wenn du dich fragst, wer bin ich denn, jenseits von Namen, Familie, Rang, Besitz, etc.? Dann stellst du die richtigen Fragen. Dann bist du vielleicht bereit, die Reise in den Yoga anzutreten. Denn Yoga bedeutet, die Wirklichkeit so zu sehen wie sie ist, ungetrübt und ohne jede Bewertung.

Der Verstand

Denn Verstand ist – bei nahezu allen Menschen – nicht der Diener deines Selbst, sondern er ist der verlängerte Arm deines Egos, welches dich in deiner jetzigen, scheinbaren Wirklichkeit gefangen hält.

Für manchen sind die Herrschaft des Egos und des Verstandes, ein goldener Käfig. Für die wenigen, die tatsächlich einmal darüber nachdenken und es nicht gleich wieder verdrängen, ist dieser Zustand ein furchtbares Verlies.

Für jemanden, der seinen Verstand wirklich zu benutzen weiß, also nicht dafür um die Auswüchse des Egos im Nachhinein zu rationalisieren, ist im Ego verhaftet zu sein in jedem Fall ein Zustand, der nicht mit der Freiheit verwechselt werden kann. Sondern der Betrachter sieht, dass diese Art von Wahrnehmung der Wirklichkeit durch die Brille des Egos ein Hamsterrad ist.

Erkenne deine Fesseln

Wer an die Freiheit des Willens glaubt, hat noch niemals geliebt oder gehasst!

Marie von Ebner-Eschenbach

Erst wenn du die Ketten erkennst, die dich fesseln, wenn du jede illusorische Hoffnung verloren hast, dich selbst aus deinem „schön zusammen fantasierten“ Kerker befreien zu können. Erst wenn du erkennst, dass in deiner bisherigen Welt nichts mehr von Bedeutung für dich ist, sondern dass sie tatsächlich ein Gefängnis ist, dann öffnet Yoga vielleicht die Tore zu deiner Innenwelt. Und du erkennst vielleicht, dass wirkliche Freiheit allein von dort, aus dir selbst von innen heraus entstehen kann.

Traue nicht den Rezepten von anderen

Glaube niemals den fertigen Konzepten von irgendjemanden! Das wäre wieder nur ein Trick deines Egos, es sich wieder leicht machen zu wollen. Denn es immer viel zu einfach, was die meisten Priester jeglicher Ideologie oder Religion verbreiten: „Tue dies! Lass jenes! Und die Tore zum Himmel werden sich für dich öffnen.“ Das wäre tatsächlich wieder viel zu simpel und du gerätst bestenfalls in die nächste spirituelle Gefängniszelle.

Der Weg in die Freiheit

Es gibt keinen anderen Weg in die Freiheit als NICHT zu glauben und alles in Frage zu stellen. Aber versuche dies NICHT als intellektuelle Übung sondern versuche diesen Weg ganzheitlich zu erfahren mit Körper und Geist und mit klarem Bewusstsein. Tue dies mit täglicher Praxis der Meditation und körperlicher und geistiger, ganzheitlicher Übung, z.B. mit Yoga. Immer verbunden mit der Frage an dich selbst „Wer bin ich?“

Ein wichtiger Hinweis

Meditation und Yoga-Praxis sind keine intellektuellen Übungen!

Mit Worten lässt sich keine wirkliche Antwort auf diese Frage „wer bin ich“ finden. Denn die Antwort auf die Frage „wer bin ich“, liegt jenseits der Worte in der Welt der Erfahrung und des Erfühlens.

Erwarte nicht, dass du jemals tatsächlich die Antwort finden wirst, ja schon das Finden-Wollen ist kontraproduktiv, da es ein vom Ego und Verstand getriebenes Tun wäre. Wenn du die Antwort jemals erfahren solltest, so ist dies eher ein zufälliger Akt der Gnade, als ein zielgerichtetes Finden.